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Finanzrepression, was ist das?

In den letzten Wochen und Monaten findet man immer öfter in den Medien den Begriff der Finanzrepression oder Finacial Repression.
Googelt man den Begriff, findet man allerdings nur verhältnismässig wenige Treffer.

Was ist Finanzrepression?
Auf den Punkt gebracht ist das der Vermögenstransfer vom Sparer zum Schuldner.
Dies geschieht durch verschiedene Massnahmen seitens des Staates, z.B. fiskalische Auflagen, Kapitalverkehrsregelungen und einfach durch die Zinssituation. Als Anleger erzielt man ja derzeit fast weltweit in den entwickelten Staaten nur geringe Zinserträge mit Staatsanleihen, im Durchschnitt um die 2% p.a.. Auf der anderen Seite liegt die Inflationsrate zum Teil deutlich über diesen Werten, so dass der Sparer am Ende des Tages weniger “Wert” in seiner Tasche hat, die Realverzinsung ist negativ! Beispielhaft genant GB, wo man aktuell ein Minus von 1,5 % Realverzinsung hat. Die Staatsanleihe hat sich also zur “renditefreien Risikoanlage” entwickelt.

Gibt es Erfahrungen mit der Finanzrepression?
Ja. Nach Ende des 2. Weltkrieges hatten die Staaten vergleichbare Schuldenprobleme wie heute. So lag z.B. die Verschuldungsquote in den USA 1945 bei 116 %, heute ja nur unwesentlich darunter. Diese Quote konnte innerhalb von 10 Jahren auf 66 % zurückgeführt werden. Viele Anleger glauben heutzutage übrigens, dass dies nur mit sehr hohen Inflationsraten möglich war und ist. Dem ist aber nicht so! So lag die Durchschnittsrate der Inflation bei vergleichbar geringen 4,6 % in diesen 10 Jahren. Dies sind einfach Rechnungen, sind aber auch sehr gut auf unsere heutige Lage zu übertragen.

Was ist aus Anlegersicht zu tun?
Sparbuch, Festgeld, Tagesgeld etc. mit festen niedrigen Zinssätzen machen aktuell kaum Sinn. Die Notenbanken haben ja bereits teilweise bis 2015 ein niedriges Zinsniveau angekündigt. Das dies so kommt, kann man annehmen und muss es wohl auch so einplanen.
Es sind solide Alternativen gefragt. Unternehmensanleihen mit Zinsaufschlägen, Aktien mit guten Dividenden, Anlagen in den Emerging Markets (egal ob Aktie oder Anleihe), sowie die Anlage in anderen Währungen als den großen 4 machen in den nächsten Jahren Sinn.
Die Inflationsrate wird wohl weiter ansteigen, zweistellige Raten sind aber in der nächsten Zeit sicherlich nicht zu befürchten.

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