1. April 2014

Anlagestrategien, Zeit zum Umdenken!

Es gibt diverse Möglichkeiten, Vermögen sinnvoll zu streuen. Genannt werden hier nun ein paar bekannte Beispiele, die in den Medien häufig angeführt werden: Biblischer Vermögensmix In früheren Zeiten gab es eine beherrschende Anlagestrategie: 1/3 im Beutel 1/3 in Land und 1/3 in Geschäften. Auf heute übertragen also je 1/3 Cash, Immobilien und Aktien. So ganz falsch dürfte man mit dieser Strategie nicht gefahren sein, sonst hätte sich eine solche nicht lange Jahrhunderte gehalten! Aktienquote 100 minus Lebensalter Auch diese Anlagestrategie wird immer wieder gerne zitiert. Macht die Strategie Sinn? Die Menschen werden heute glücklicherweise immer älter. Das hat natürlich zur Folge, dass man auch länger Kapital benötigt, um seinen Lebensstand im Alter zu halten. Mit reinen Tagesgeldanlagen ist aber derzeit “kein Blumentopf zu gewinnen”. Aber zumeist fahren ältere Menschen Ihre Aktienquote schon recht früh auf Null zurück. 65-jährige könnten also laut der Strategie noch 35 % in Aktien halten. Die Strategie macht sicherlich Sinn, man muss aber ein gutes Nervenkostüm haben, um normale Rückschläge mental zu verkraften. Heutige Depotaufteilung Beobachtungen bei meinen Kundengesprächen in den letzten Monaten war aber eine ganz andere Strategie bei Kunden und Interessenten. Zumeist ist der Cash-Anteil an den Vermögen deutlich nach oben geschnellt. Immer wieder stelle ich fest, dass der Cash-Anteil bei 50 % und mehr liegt. Fällige Gelder aus Lebensversicherungen werden oft auf dem Tagesgeldkonto geparkt. Das parken dauert dann aber zumeist Jahre, nicht das eigentlich sinnvolle Zwischenparken bis man eine sinnvolle Lösung für die Gelder gefunden hat. Ein Studie Blackrocks in der Schweiz hatte übrigens kürzlich zum Ergebnis, dass Privatanleger derzeit zu 60% in Cash, zu 12% in Aktien und 13% in Immobilien anlegen. Erstaunlich ist das schon, wenn man bedenkt, dass das Anlaufen der Druckerpresse der Notenbanken in allen Teilen der Welt, insbesondere aber im historisch belasteten Deutschland, eigentlich hohe Sorgen vor Inflation bringt. Auch das Image von Banken ist nicht gerade mit Spitzenwerten gesegnet. Dennoch vertrauen die Anleger in Papiergeld und den sonst eher suspekten Banken. FAZIT Es gibt diverse “Richtlinien” für eine sinnvolle Vermögensaufteilung. Die von den meisten Privatanlegern derzeit gefahrene Strategie von hohen Kontenguthaben macht mittel- bis langfristig den wenigsten Sinn. Es ist die Zeit zum Umdenken gekommen! Trotz aller Schwankungen an den Märkten sollte man die Aktien-Quote ausbauen, zu Lasten der Cash-Position!
21. Oktober 2013

Hohe Zinsen, kein Risko?

Vielen Anlegern dürfte der Name Kauphting-Bank noch ein Begriff sein. Vor gut 5 Jahren ging die Bank aus Island unter. Gelitten haben darunter auch viele Sparer, die im Vertrauen auf die hohe Zinsen im Norden Ihre Gelder in Island anlegten. Das die europ. Einlagensicherung und insbesondere die deutsche Einlagensicherung nicht half, merkten die Anleger erst, als es zu spät war. Danach kamen in vielen Medien die Betroffenen zu Wort. Viele warnten damals. Man habe sich nur von den hohen Zinsen blenden lassen. Das Risiko habe man vernachlässigt. Man können nur vor diesen eher unbekannten Banken warnen; im Fall der Fälle wäre es schwierig, wieder an die angelegten Gelder zu kommen. Man ist dann bei der Kauphting schlussendlich mit einem blauen Auge davon gekommen. Bigbanc, Ubibanka etc. Erstaunt sieht man aber derzeit eine Entwicklung in Deutschland, dass wieder sehr viele Gelder bei den sogenannten “Zweigstellen ausländischer Banken” landen, insbesondere als Festgelder. So zeigen aktuellen Zahlen der Bundesbank, das mehr als 60 Mrd. Euro von Privatpersonen bei diesen Banken mit einer “Banklizenz light” liegen. Diese Banken mögen alle ganz ordentlich wirtschaften, und natürlich auch alle die Versprechen an die Anleger erfüllen; ob sich die Anleger aber aller Risiken bewußt sind, darf man sicherlich in Frage stellen. Auch die Warnungen der Stiftung Warentest vor bestimmten Banken zeigen kaum Wirkung. Wer höhere Zinsen bei einer eher unbekannten Bank haben möchte, der sollte sich auch des höheren Risikos bewußt sein. Fazit: Verwunderlich ist es schon, dass manche Anleger eine minimale Aktienbeimischung im Depot als hohes Risiko ansehen. Gleichzeitig aber bei einer Festgeld-Anlage bei einer wenig Vertrauen erweckenden Bank in Osteuropa von höchster Sicherheit ausgehen.
23. Juni 2013

Die Qualität in der Finanzberatung, helfen die bisherigen Regulierungsauflagen wirklich?

Immer mehr Regulierung Den Schutz der Anleger hat sich die Bundesregierung seit der Finanzkrise groß auf die Fahnen geschrieben. So wurden in den vergangenen Jahren unter anderem das Beratungsprotokoll eingeführt, die AIFM-Richtlinie, eine Neuregelung für alternative Investmentfonds, verabschiedet, mit dem § 34f GwO die Standards für Finanzvermittler verschärft und die Pflicht zur Offenlegung von Provisionen eingeführt. Besser wäre es stattdessen gewesen, die regulatorischen Maßnahmen auf eine qualitativ hochwertige Aus- und Weiterbildung zu konzentrieren, um eine wirklich gute Finanzberatung für den Verbraucher zu gewährleisten. Immer mehr Auflagen Auf selbständige Finanzberater und –vermittler kommen derzeit immer schärfere Regularien und immer mehr Pflichten zu. Für die Berater ist damit ein wesentliches Mehr an Zeitaufwand und Kosten verbunden. Es macht schon Sinn, dass ein Finanzvermittler nach dem seit 1. Januar 2013 gültigen § 34f bestimmte Qualifikationen nachweisen muss! Allerdings werden die Regulierungen nicht immer im Sinne des Kunden umgesetzt. So hat der Gesetzgeber im Juni 2012 festgelegt, dass die so genannten Vermögensanlagen-Informationsblätter (VIB) in kurzer und verständlicher Form alle wesentlichen Fakten sowie Chancen, Risiken, Kosten und Provisionen aufführen müssen. Doch die Umsetzung ist mangelhaft, wie eine aktuelle Studie der Verbraucherzentralen vom Mai 2013 festgestellt hat. Keines der getesteten Produkte habe die gesetzlichen Vorgaben erfüllt, so das Ergebnis der Untersuchung. Zum einen wurden diese nicht pflichtgemäß veröffentlicht, zum anderen enthielten sie bei weitem nicht alle geforderten Details zum Anlageprodukt. Ein weiteres Beispiel sind Beratungsprotokolle. Einer Studie der Unternehmensberatung Cofinpro zufolge sehen 61 Prozent der Bundesbürger drei Jahre nach deren Einführung keine erkennbaren Fortschritte bei der Beratungsqualität der Banken. Sieben von zehn Bundesbürgern glauben, dass die Institute bei den schwarz auf weiß dokumentierten Anlagegesprächen ihre Formulierungen so wählen, dass sie im Streitfall abgesichert sind. Die vom Gesetzgeber für Kunden vorgesehene Transparenz bleibt damit häufig auf der Strecke. Was wäre eine Alternative? Ein besserer Schutz wäre es, bei der Aus- und Weiterbildung der Finanzvermittler und Anlageberater anzusetzen, hier durch regulatorische Maßnahmen den Standard zu erhöhen und die Berater beispielsweise auch zu einer laufenden Weiterbildung zu verpflichten. Denn eine hochwertige Aus- und Weiterbildung, die neben reinen Produktkenntnissen vertieftes rechtliches, steuerliches, makro- und finanzökonomisches Know-how umfasst, ist Voraussetzung für eine ganzheitliche und zielgerichtete Finanzberatung im Sinne des Kunden. Qualitativ gut ausgebildete Berater sind auch besser in der Lage, komplexere Zusammenhänge auf den Finanzmärkten ihren Kunden zu erläutern und so zur dringend notwendigen Verbesserung der finanziellen Allgemeinbildung breiter Bevölkerungskreise beizutragen. Von der besseren Ausbildung würden also letztlich die Kunden profitieren, denn nur durch eine möglichst qualitativ sehr gute Aus- und Weiterbildung kann sichergestellt werden, dass ein Finanzplaner oder –berater seine Kunden in jeder Hinsicht objektiv und bestmöglich berät.
17. Juni 2013

Immobilien in den USA, lohnt ein Einstieg?

Derzeit gibt es mal wieder einen neuen Begriff, der in Diskusssionen im Finanzbereich Einzug gehalten hat: Tapering! Tapering kennen viele Sportler aus dem Ausdauerbereich. Um Ausdauer geht es jetzt auch im Finanzbereich im weitesten Sinne, um die Ausdauer der expansiven Geldpolitik der US-Notenbank Fed. Seit Wochen steigen die Renditen von Anleihen; als größter Treiber wird die Diskussion um das Tapering angeführt. Gemeint ist damit die Möglichkeit, dass die Fed die derzeitigen monatlichen Käufe von insbsondere US-Staatsanleihen in Höhe von 85 Mrd US-Dollar zurückfahren wird. Dadurch würden die Anleihen eine wichtige Unterstützung verlieren und auch andere “Sichere Häfen” wie Bundesanleihen würde dadurch sicherlich tangiert werden. Mal schauen, welcher Begriff dann als nächster die Märkte bewegen wird.