20. Mai 2015

Vorsicht: Illiquidität am Rentenmarkt

In den letzten Wochen hat es ja einen “Crash” an den Rentenmärkten gegeben. Der Bundfuture ist von fast 160 auf fast 150 abgestürzt innerhalb weniger Tage. Das bedeutet, dass die Rendite für 10-jährige deutsche Staatsanleihen von 0,09 % innerhalb weniger Tage exorbitant auf 0,75% gestiegen ist. Bill Gross sprach von der Short-Chance des Lebens für jeden Anleger. Viele Privatanleger, die nur länger laufende Anleihen im Depot hatten, sind auf dem “falschen Fuß” erwischt worden. Doch es gibt noch eine weitere Gefahr, nicht nur für Privatanleger: Illiquidität! Durch diverse gesetzliche Reglungen lohnt es sich nicht mehr für die “Market Maker”, Anleihen in den eigenen Beständen zu halten. In der Vergangenheit kauften die Market Maker bei größeren Abweichungen teilweise Papiere in den eigenen Bestand, um diese bei einer Marktberuhigung wieder gewinnbringend zu verkaufen. Doch das ist nicht mehr so! Die aktuelle Funktion der Market Maker ist eher nur noch die Rolle des Vermittlers. Wenn nun plötzlich “alle” Anleger aus bestimmten Papieren aussteigen wollen, ist nicht mehr ein williger Käufer da. Das kann zu massiven Verwerfungen an den Märkten führen. Als Beispiel: Eben stand der Kurs meiner Anleihe noch bei 100 %. Aus diversen Gründen möchte aber nunmehr keiner das Papier mehr halten. Anstelle der “normalen” Reaktion, das so ein Kurs dann mal auf 99 % und weiter z.B. auf 97,5 % fällt, tut sich hier nichts. Es steht kein Käufer bereit. Vielleicht nur einer mit einem “Abstauberlimit” bei 75 %. Doch dieser Kurs ist entfernt von gut und böse. Konkret heißt das für den Rentenanleger: Vorsicht vor speziellen Märkten (Hochzinsanleihen, teilweise Unternehmensanleihen, Mittelstandsanleihen etc.). Wenn plötzlich die Märkte anders laufen, als man das erwartet, dann kann das ganz schnell zu massiven Kursverlusten führen, die in der Illiquidität der Märkte begründet liegt. Bei dem aktuellen Zinsniveau ist das nicht nur eine theoretische Überlegung wert. Nicht auf die vergangen Rendite schauen bei Neuanlagen in solche Märkte, sondern auf die persönliche Risikotragfähigkeit! Bei Fragen zu bestimmten Anlagen: Ein versierter Finanzberater hilft da gerne weiter.
8. Mai 2015

Die Bondmärkte spielen verrückt, was ist zu tun?

Was ist los an den Bondmärkten? Innerhalb kurzer Zeit ist in der vergangenen Woche wieder Hektik an den Bondmärkten ausgebrochen. Kräftige Renditesprünge an den Märkten führten zu heftigen Kursverlusten. Mit der seit langen Jahren erfolgreichen Strategie, einfach nur Staatsanleihen zu halten und Kursgewinne durch den Zinsrückgang zu generieren, damit ist in 2015 Schluß. Seit Jahresbeginn hat man mit der Strategie jetzt erstmalig Geld verloren. Ende der langjährigen Hausse? Es scheint, als wenn damit jetzt endgültig das Ende einer 30-jährigen Hausse gekommen wäre. Wie sich eine solche Zinswende anfühlt, dass wissen allerdings nur noch ganz wenige “alte Hasen”. Die meisten der heute aktiven Marktteilnehmer haben noch nie eine solche Zinswende erlebt. Vorbereitet sind viele nicht, obwohl es klar war, dass irgendwann die Märkte drehen. Es ist zu erwarten, dass uns heftige Gewitter an den Märkten bevorstehen. Ob immer die richtigen Entscheidungen jetzt getroffen werden. Das darf bezweifelt werden. Für den Anleger heißt das: Es ist an der Zeit, die Anlagestrategie zu ändern. Wer jetzt noch in langlaufenden Bonds investiert ist, sollte das mindestens überdenken. Auch jetzt gilt wieder: Professionellen Rat einholen! “Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich”
23. April 2015

Wird das Bargeld abgeschafft?

Es ist schon erstaunlich, wie sich in der letzten Zeit die Finanzmärkte entwickelt haben. Erstaunliche Dinge, die einen mit fast 25 Jahren Erfahrung noch immer ein wenig verwundern! Negative Zinsen Das man heute nur noch 0,09 % Rendite für die Anlage in 10jährigen Bundesanleihen mit negativer Tendenz erhält, bei allen kürzer laufenden Bundesanleihen gar Geld für die Aufbewahrung bei diesem “erstklassigen” Schuldner zahlen muß, dass war so sicher noch vor kurzer Zeit in keinster Weise zu erwarten. Wo wird das Enden? Abschaffung des Bargeldes Aktuell liest man immer wieder von der Idee, dass das Bargeld ganz abgeschafft werden könnte und nur noch mit elektronischem Geld gezahlt werden könnte. Auf dem Weg dahin spricht man auch davon, dass man bei Banken eine Gebühr für die Einzahlung von Banknoten bezahlen muß. Das alles sind nach meiner Einschätzung keine guten Entwicklungen. Diese Blase an den Zinsmärkten, die die Notenbanken weltweit weiter “befeuern” wird wie alle Blasen irgendwann mit einem Knall enden. “Die Mutter aller Blasen”, wie man kürzlich in den Medien lesen konnte Was soll man als Anleger tun? Nach wie vor sollte man trotz der schon recht teuren Märkten sein Depot “aktienlastiger” ausrichten. Wenn man per heute bei “Qualitätsaktien”, wie z.B. einer Nestle´ noch immer 2,5% Dividendenrendite erhält, warum sollte ich dann für 0,09 % Geld dem Fiskus zur Verfügung stellen?. Klar, es wird Kursrückgänge geben. Die sollte man aber nutzen, um die Aktienquote im Depot zu erhöhen. Welche Quote die richtige ist, da sollte man doch einfach das Gespräch mit seinem persönlichen Berater suchen. Falls Ihr Berater nach wie vor Ihnen Null- oder Minus-Anlagen anbietet, rufen Sie doch einfach mal die 06551- 960569 an oder schreiben fix eine Mail an jk@solide-investments.de!
22. Januar 2015

Draghi, Franken, negative Zinsen, folgen für Anleger

Das noch recht junge Jahr 2015 hat bislang schon so manche Überraschung für private Anleger parat. Auch manche erwarteten Entscheidungen bürgen für massive Schwankungen. Anbei ein paar aktuelle Dinge: Einen freien Wechselkurs des Schweizer Franken hatte wohl derzeit so kaum einer auf der Rechnung Was wird die EZB/Draghi am 22. entscheiden? Wie werden die Griechen am kommenden Wochenende wählen? Droht dann der Grexit? Wie tief können die Zinsen für Anleihen fallen? Fallen auch deutsche 10-jährige Anleihen wie die Schweizer Papier unter null? All diese Fragen und Entscheidungen bewegen derzeit die Märkte extrem. Was bedeutet das für den privaten Anleger? Seit weit über 20 Jahren arbeite ich in der Beratung von vermögenden Kunden. So schwierig war das Umfeld doch nur sehr, sehr selten. Was ich derzeit Kunden und Anleger aber mit auf den Weg geben möchte, ist folgender Rat: Gewinner werden in der kommenden Zeit diejenigen Anleger sein, die ihr Risikoprofil anpassen! Im aktuellen Umfeld werden die Schwankungen zunehmen. Wer das nicht berücksichtigt, wird ausgestoppt werden. Bei tiefen Kursen wird verkauft, um dann wieder höher einzusteigen. Um das zu verhindern, sollte man sein persönliches Risikobudget unbedingt anpassen! Beim Gespräch mit seinem Berater sollte man das in jedem Fall thematisieren. Das Jahresanfangsgespräch bietet sich dazu geradezu an!